Blog von Hannelore Brenner

von Hannelore Brenner 22. April 2026
Sonntag, 26. April 2026 in der Pasinger Fabrik in München, 11 Uhr und 14 Uhr. In einem Arrangement von Richard Whilds. Nach der Kinderoper von Hans Krása und Adolf Hoffmeister und dem Kinderbuch von Hannelore Brenner und Maria Thomaschke . Die Veranstaltung ist Teil unseres Brundibár. Lese- und Geschenkprojekt für Kinder und steht unter der Schirmherrschaft von Vladimir Jurowski, Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Bei dieser Veranstaltung ist er aber sehr viel mehr - Musikalische Leitung: Vladimir Jurowski | Am Klavier: Vladimir Jurowski Neu arrangierte Musik von Richard Whilds spielt ein Ensemble der Staatsoper Wir freuen uns auf die Münchner Veranstaltungen. Es ist ein Projekt des Kulturforums München-West in Kooperation mit der Bayerischen Staatsoper und der Kultur- und Spielraum e.V./Kinder- und Jugendkulturwerkstatt Pasinger Fabrik und Room 28 e.V. | Edition Room 28 .
von Hannelore Brenner 4. Februar 2026
Lesungen aus dem Buch "Brundibár. Wie Aninka und Pepíček den Leierkastenmann besiegten" wurden ins Kulturprogramm 2026 des Zentralrats der Juden in Deutschland aufgenommen. Der Schauspieler und Sänger Andreas Jocksch , die Sängerin und Illustratorin des Brundibár-Kinderbuches Maria Thomaschke sowie die Konzertpianistin Katarzyna Wasiak bringen die Geschichte für Kinder ab vier Jahren auf die Bühne. Der Opernregisseur Mstislav Pentkovsky aus Riga gehört zum künstlerischen Team. Er inspirierte zur ukrainischen und hebräischen Ausgabe des Brundibár-Kinderbuches und zu dem damit verbundenen Buch-Geschenkprojekt des Vereins Room 28 e.V. Gemeinsam wollen wir die Geschichte der Geschwister Aninka und Pepíček für Kinder erlebbar machen. Denn die Botschaft ist: Freundschaft, Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Solidarität ist die Quelle unserer Kraft. Nun sind dank des Zentralrats der Juden in Deutschland Veranstaltungen in Oranienburg, Hannover und Köln in Planung. Bei Interesse empfehle ich das nachfolgende Infoblatt. Das Brundibár-Kinderbuch finden Sie auf dieser Website hier . Auf der Website des Vereins Room 28 e.V. finden Sie unser "Brundibár. Lese- und Geschenkprojekt für Kinder" . Den Projektflyer können Sie nachstehend downloaden.
von Hannelore Brenner 13. Januar 2026
Ein Abend gegen Geschichtsvergessenheit und Antisemitismus. Ein Plädoyer für Kunst, Kultur und Menschlichkeit. Die Mädchen von Zimmer 28, Theresienstadt Lesung und Lieder von Ilse Weber und des Theresienstädter Kabaretts präsentiert vom Ensemble Zw o ckhaus Maria Thomaschke | Andreas Jocksch | Katarzyna Wasiak (Klavier) Aus dem originalen Tagebuch von Helga Pollak liest: Hester Wonschick Gestaltung/Text: Hannelore Brenner Freitag, 16. Januar 2026 um 19.30 Uhr Kulturvolk Freie Volksbühne Berlin e.V. | Piscator-Saal Ruhrstraße 6 | 10709 Berlin
von Hannelore Brenner 1. Januar 2026
Die Jubiläums-Broschüre "The Creating of a Lasting Memory. 1996-2026" liegt vor. Auf 44 Seiten wirft sie ein Licht auf das, was in den letzen 30 Jahren geschaffen wurde – Buch, Ausstellung, Theater – und was daraus entstanden ist: das Bildungsprojekt, unser Verein Room 28 e.V. und die Edition Room 28. Die Broschüre richtet sich insbesondere an Kulturschaffende aus den Bereichen Film, Theater, Ausstellung und Bildung, die bei der Schaffung eines außergewöhnlichen multimedialen Gedenkens eine Rolle spielen wollen. Bei Interesse bitte schreiben, ich sende die Broschüre gerne zu. Die ersten Seiten können Sie hier einsehen.
von Hannelore Brenner-Wonschick 26. November 2025
Sie war die Seele unseres Erinnerungsprojektes: Anna Hanusová, geb. Flachová, unsere "Flaška", hat gemeinsam mit ihrer Freundin Helga Pollak-Kinsky das Erinnerungsprojekt ins Leben gerufen. Und sie organisierte die ersten Treffen in Spindlermühle ab September 1998. Was waren dies für unvergessliche Jahre !!! Angeregt dazu haben Helgas Tagebuch und Flaškas Poesiealbum und der Wunsch, gemeinsam an die Freundinnen zu erinnern, die mit ihnen im Zimmer 28 lebten bis sie auf Transport gehen mussten. Die meistenn sind in Auschwitz oder in Bergen-Belsen umgekommen. Vom Schicksal dieser Mädchen erzählt das Buch und die Ausstellung "Die Mädchen von Zimmer 28". Für ihr außerordentliches Engagement, vor allem im Dialog mit jungen Menschen, wurde sie am 5. Juni 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der Festakt fand in der Deutschen Botschaft in Prag im kleinen Kreis statt. Flaška war voller Herzlichkeit, Humor, überschäumender Vitalität. Am 30. April 2014 hat uns Anna Hanusová verlassen. Ich werde sie nie vergessen. Die Liebe, die sie verströmte, lebt und wirkt weiter.
von Hannelore Brenner 13. November 2025
Fünf Jahre ist es her. Am Morgen des 14. November 2020 erfuhr ich von Helgas Sohn Eric, was in der Nacht vom 13. auf den 14. November geschehen war. Absolut unerwartet. Plötzlich. Helga war von uns gegangen. Erschütterung. Da brach etwas zusammen. Sie ist mir doch so nah – auch heute noch! Wie die Zeit vergeht. Wie viele Jahre haben wir uns gekannt seit jenem Tag im September 1996 in Prag, als ich Helga zum ersten Mal traf, auch ihre Freundin Flaška? Als ich kurz darauf nach Brünn und dann nach Wien fuhr und eine Reise begann, die für mich noch immer andauert, eine Reise, die kein Ende zu kennen scheint und weitergeht, auch jetzt noch, 29 Jahre später... Was ist da geschehen? Was haben wir gemeinsam erlebt in all den Jahren, in denen wir uns verbündeten, um ein bleibendes Gedenken zu schaffen? Was ist daraus geworden? Was ist davon geblieben? Ich denke an die jährlichen Treffen in Spindlermühle im Riesengebirge ab 1998. An die ersten vom Droemer Verlag organisierten Präsentationen des Buches Die Mädchen von Zimmer 28 mit dir und Flaška – in Leipzig, Berlin, Frankfurt und München. An die Ausstellungseröffnung im September 2004 in Schwerin und die vielen Einladungen, die folgten. Lesungen. Brundibár-Aufführungen. Zeitzeugengespräche. Gedenkveranstaltungen. Schulbesuche. Projekte. Und immer wieder Ausstellungen. Und viele viele Reisen.
von Hannelore Brenner 30. September 2025
Mit Entsetzen verfolge ich das Zeitgeschehen. Furchtbar und unfassbar das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023. Furchtbar und unfassbar, was danach geschah und bis heute geschieht. Islamisch geprägter Antisemitismus und Antizionismus verbinden sich seither in Deutschland, Europa und weltweit mit Antisemitismus aller Couleurs zu einem giftigen explosiven Gemisch, das sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben hat. Gewiss: Zwischen diesem "giftigen Gemisch" und Kritik an Netanjahus Antwort auf das Massaker vom 7. Oktober muss unterschieden werden. Was die in Israel lebende letzte Zeitzeugin der Gruppe der "Mädchen von Zimmer 28" Handa Drori über das Ziel unseres Erinnerungsprojektes schrieb, ist nicht nur an die Deutschen gerichtet. Als eines der Mädchen vom ‚Achtundzwanziger‘– so haben wir damals unser Zimmer genannt – hoffe ich, dass unser Projekt sein Ziel erreicht. Für uns ist dies aus zwei Gründen wichtig: Zum einen, damit die Mädchen, die mit uns im Zimmer 28 gelebt haben und aus den Konzentrationslagern nicht zurück gekommen sind, nicht vergessen werden. Zum anderen als Mahnung für die nächsten Generationen und als Beispiel dafür, wie leicht ein neuer Holocaust geschehen könnte, wenn gutwillige Menschen zu gleichgültig sind und es hasserfüllten Fanatikern erlauben, an die Macht zu kommen. Keiner meiner israelischen Freunde jubelt über die Politik Netanjahus. Es herrscht Fassungslosigkeit und Ratlosigkeit, es gibt Proteste, Demonstrationen, Widerstand. Sie wünschen sich nur eines: Dass die Geiseln befreit werden, dass der Krieg zu Ende geht und endlich Frieden einkehrt - für alle. Den Weg dorthin, wer kennt ihn? Furchtbar und unfassbar, dass der mörderische Hass und Terror der Hamas weltweit so viel Zuspruch findet und in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist, sie radikalisiert und aus den Angeln zu heben droht. Die Feinde Israels schüren das Feuer, machen jüdische Menschen auf der ganzen Welt dafür verantwortlich, dass es zu einem schrecklichen Krieg in Gaza kam. Niemand hat nach 7. Oktober pauschal PalästinenserInnen oder Menschen mit Wurzeln in Palästina, ob sie nun einen deutschen, französischen oder amerikanischen Pass haben, für das Massaker am 7. Oktober 2023 verantwortlich gemacht. Da bleibt die kollektive Schuldzuweisung, die Sippenhaft aus. Es gibt keinen "Anti-Palästinenzismus". Aber Antisemitismus gibt es. Immer noch. Auch in Deutschland - trotz gründlicher deutscher Aufarbeitung der Geschichte. Trotz gründlicher gut gemeinter Holocaust-Erinnerungskultur. In Sorge denke ich an meine jungen jüdischen Freunde, die in Deutschland leben. Und ich denke an "Die Mädchen von Zimmer 28"- wie würde es ihnen heute ergehen? Was würden sie mir sagen???? Ich höre ihre Stimmen, es wühlt mich auf... Und schmerzt mich zu Tränen.
von Hannelore Brenner 21. Juni 2025
Die Edition Room 28 und der Verein Room 28 haben aktuell eine Projekt-Partnerschaft mit der J-Arteck Jugendbildungsstätte in Berlin. Das Projekt ist mit unserem Brundibár. Lese- und Geschenkprojekt für Kinder verbunden, über das der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München und Chefdirigent & Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB) Vladimir Jurowski die Schirmherrschaft übernommen hat. Die hebräische und ukrainische Ausgabe des Kinderbuches Brundibár. Wie Aninka und Pepíček den Leierkastenmann besiegten gaben den Anlass dafür, dass das Thema "Brundibár" für das diesjährige Kreativ-Summer Camp aufgegriffen wurde und im Mittelpunkt stehen wird. Denn bei diesem Camp unter dem Motto " Discover. Create. Perform" nehmen immer auch israelische und ukrainische Jugendliche teil. Diese können erstmals die Geschichte, die der Kinderoper zugrundeliegt, in ihrer Sprache lesen. Vom 5.- 8. Juli 2025 findet im Domizil der J-Arteck-Jugendbildungsstätte in Berlin eine vorbereitende Konferenz zum diesjährigen internationalen Summer Camp (11.-19. August) statt. Das Resultat der Workshops (Theater, Musik, Gesang, Bildende Kunst etc.) ist eine gemeinsame Performance, die am 18. August 2025 öffentlich in Berlin gezeigt wird. Zu dieser Konferenz laden wir, Room 28 e.V., den Opernregisseur Mstislav Pentkovsky aus Riga nach Berlin ein. Er inspirierte zur ukrainischen und hebräischen Ausgabe des Kinderbuches und zu unserem Geschenkprojekt. Dass wir diese Idee umsetzen konnten, ist dem Auswärtigen Amt zu danken, das die Produktion dieser beiden Ausgaben unterstützte. Warum? Weil Freundschaft, Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Solidarität die Quelle unserer Kraft ist. Und weil wir die Bücher im Zeichen der Solidarität im Rahmen von Veranstaltungen verschenken. Link zur J-Arteck-Jugendbildungsstätte und dem Summer-Camp 2025 Link zu unserem Brundibár-Projekt: www.room28.net/brundibar Gemeinsam mit Mstislav Pentkovsky stelle ich den internationalen TeilnehmerInnen der Konferenz die Kinderoper Brundibár , die Geschichte der ersten Aufführungen in Prag und Theresienstadt und das Brundibár-Kinderbuch vor; auch die Neuausgabe des alten Buches Die Mädchen von Zimmer 28. Denn die Geschichte dieser Mädchen ist auch die Geschichte der ersten Aufführungen von Brundibár im Ghetto Theresienstadt.
von Hannelore Brenner 6. Juni 2025
5. Juni 2025. Erschienen! Eine Freundschaft, die den Holocaust überdauerte, ein Zeugnis menschlicher Stärke und ein Vermächtnis, das nicht vergessen werden darf: Das Buch "Die Mädchen von Zimmer 28" kehrt in einer umfassend überarbeiteten und erweiterten Neuausgabe zurück. Es erzählt die bewegende Geschichte einer Gruppe jüdischer Kinder, die im Ghetto Theresienstadt zwischen 1942 und 1944 im Zimmer 28 des Mädchenheims L 410 zusammenlebten und zusammenhielten.
von Hannelore Brenner 28. Mai 2025
Heute am 28. Mai ist Helgas Geburtstag. Sie wäre 95 Jahre geworden. Ich denke sehr an sie, täglich, aber besonders heute. Denn an ihrem Geburtstag sollte ihr zu Ehren die Neuausgabe des Buches Die Mädchen von Zimmer 28 erscheinen. Leider, die Bücher sind noch bei der Druckerei, sie werden in wenigen Tagen ausgeliefert. Ich hätte Helga so gerne als erste ein Buch übergeben! Aber das ist nicht möglich. Sie ist vor fünf Jahren ganz plötzlich von uns gegangen. Unzählige Lesungen habe ich mit ihr seit 2004 an vielen Orten durchgeführt. Ich höre ihre Stimme, höre sie aus ihrem Tagebuch lesen und von ihren Freundinnen erzählen. Unsere Lesungen waren getragen von einem großen Freundeskreis, und einer großen Kraft. Heute undenkbar, denke ich. Die Zeiten haben sich grundlegend verändert. Skepsis und immer wieder Entsetzen ist dem Geist gewichen, der uns früher zu vielen Unternehmungen beflügelte. Schiller kommt mir in den Sinn. "Er ist dahin, der süße Glaube... der rauhen Wirklichkeit zum Raube..." und ich frage mich: Wenn ich schon am Zustand der Welt leide und verzweifle, um wie viel mehr würde Helga heute darunter leiden, verzweifeln????
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