Edition Room 28
Edition Room 28

 

 

Helgas Tagebuch

Mein Theresienstädter Tagebuch 1943-1944

Inhalt. Story

Das Buch vereint Helgas Tagebuch und die Aufzeichnungen und Dokumente ihres Vaters Otto Pollak, Helgas Erinnerungen an ihre Kindheit in Wien, Kyjov, Theresienstadt, Auschwitz und Oederan. Ebenso vereint es  Erinnerungen an Persönlichkeiten wie die Künstlerin und Kunstpädagogin Friedl Dicker-Brandeis, in deren Malstunden wunderbare Kinderzeichnungen entstanden, oder an Rafael Schaechter, dessen Proben zu Verdis Requiem - sie fanden im Kellerraum des Mädchenheims L 410 statt - für Helga unvergesslich blieben.

Helga Pollak

Helga Pollak, um 1939

Helga Pollak-Kinsky, geboren als Helga Pollak am 28. Mai 1930 in Wien, war zwölf Jahre alt, als sie im Januar 1943 mit ihrem Vater Otto Pollak ins Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Von Januar 1943 bis zu ihrem Transport nach Auschwitz im Oktober 1944 lebte sie im Mädchenheim L 410, Zimmer 28. Dort zog sie sich immer wieder zurück, um sich ihrem Tagebuch anzuvertrauen.

 

Otto Pollak

Otto Pollak, um 1935

Helga und ihr Vater Otto Pollak lebten in Kyjov, als Anfang 1943 der Transportbefehl kam. Am Vortag ihrer Deportation, am 17. Januar 1943, begannen Vater und Tochter mit ihren Aufzeichnungen. Otto Pollak schrieb in einen Kalender.

Geschichte von Vater und Tochter

Plakat zu einer Lesung aus Helgas Tagebuch

Im Zusammenwirken machen diese Zeugnisse von Vater und Tochter die Zusammengehörigkeit der beiden Menschen fühlbar, die Verwobenheit ihrer Erlebnisse, Ängste und Hoffnungen. Sie verdichten sich zu einer Chronik des Ghettos Theresienstadt und zu einem einzigartigen und zutiefst bewegenden Porträt einer jüdischen Familie aus Wien, die am Ende des Zweiten Weltkrieges vor einer erschütternden Bilanz steht.

Helga Pollaks Aquarell

Das hier abgebildete Aquarell entstand 1943/1944 im Zeichenunterricht mit der Künstlerin Friedl Dicker-Brandeis in Theresienstadt, Zimmer 28. Es war das Titelblatt des 1996 vom United States Holocaust Memorial Museums heraus-gegebenen Kalenders mit Zeichnungen der Kinder von Theresienstadt. Bezüglich der Urheberin des Bildes hieß es:  "Her fate is unknown".

 

Wer "Mein Theresienstädter Tagebuch" liest, wird vom Schicksal dieses Mädchens erfahren. Denn es war Helga Pollak, die einst diesen Sonnenuntergang in Theresienstadt malte.

Aquarell von Helga Pollak, 1943/1944, Theresienstadt

Aus dem Nachlass von Otto Pollak

Auszug aus Otto's Brief an Frieda Pollak

15 October 1945

(...) Die Geschichte kennt nicht ein einziges Beispiel solch staatlich organisierten Massenmordens, so vieler ausgeklügelter und summierter Grausamkeiten. Wenn man für all dies das Wort tierisch gebrauchen wollte, würde man diese Wesen nur beleidigen.

Weil es kein Wort, keinen Ausdruck, keine Vorstellung für alle diese Bestialität gibt, kann ich auch nicht schimpfen, wie es die anderen tun. Jedes Wort des Hasses, gemessen an dem großen Unglück, das uns betroffen, erscheint mir zu klein und zu profan. Ich habe mir nie in Ausbrüchen, wie die anderen, Luft machen können, da ich glaubte, das Andenken der Toten zu verletzen. Oder war ich zu resigniert, seelisch zu sehr verwundet nach all dem großen Leid?

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© Hannelore Brenner-Wonschick